Tomb Raider

Tomb Raider 2013

Die Qualen der jungen Lara Croft

Tomb Raider startet die gleichnamige Actionreihe rund um die Abenteurerin Lara Croft neu. Ganze Beschreibung lesen

Vorteile

  • herausragende Grafik
  • tolle Soundeffekte
  • gute deutsche Vertonung
  • gute Mischung aus Action und Puzzles
  • enthält Benchmark

Nachteile

  • gelegentliches Tearing
  • einige lästige Quick-Time-Events
  • enttäuschender Multiplayer-Modus

Ausgezeichnet
9

Tomb Raider startet die gleichnamige Actionreihe rund um die Abenteurerin Lara Croft neu.

Lara Croft ist die Heldin von Tomb Raider: willensstark, agil, tödlich und clever. So kennen wir die Abenteurerin mit einem Hang zu archäologischen Relikten aus zahlreichen Spielen der gleichnamigen Serie - allzeit bereit, sich in das nächste Abenteuer zu stürzen.

Neu: eine ängstliche Lara Croft

Im neuen Tomb Raider sehen wir allerdings eine andere Lara. Sie ist mit 21 Jahren deutlich jünger, ängstlich und verwundbar.

Die Neuauflage von Tomb Raider zeigt den Beginn von Laras Entwicklung. Auch eine Superheldin fängt eben klein an. Und mit Todesangst. Grund zum Fürchten hat sie allemal: Sie ist bei einer Expedition kurz vor Japan auf einer Insel mitten im Nirgendwo gestrandet und muss sich durchschlagen. Sie jagt Wild, friert am Lagerfeuer und weckt ihre Überlebensinstinkte. Zu allem Überfluss wird sie von merkwürdigen Fremden verfolgt.

Kinoreife Action mit viel Geschrei

Im Verlauf von Tomb Raider leidet Lara eine Menge, mehr als Nathan Drake aus der PlayStation-Spielreihe Uncharted. Uncharted und das neue Tomb Raider verbindet viel: Beides sind kinoreife Actionspiele mit blendender Grafik und lebensechten Animationen. Gleich ist auch der Blickwinkel auf das Geschehen über die Schulter der Spielfigur.

Im Gegensatz zum coolen Nathan quält sich Lara auf unmenschliche Weise durch Tomb Raider. Sie wird verprügelt, stürzt von Klippen und erleidet eine ganze Serie schmerzhafter Verletzungen. Das bleibt nicht ohne Folgen: Spieler müssen sich an ihre kaum enden wollenden Schreie gewöhnen.

Offene Welt

Tomb Raider mischt fest vorgegebene Aktionen mit einer offenen Welt voller Bewegungsfreiheit. Mal kann man in Quick-Time-Events nur durch durch rasche Betätigung der richtigen Knöpfe voran kommen, mal durchstreift man einen Wald und erkundet in Ruhe die Gegend. Eine der spannendsten Herausforderungen besteht darin, Waffen und Werkzeuge zu finden und den richtigen Gebrauch zu erlernen.

Mit Pfeil und Bogen auf der Jagd

Laras wichtigste Waffe sind in Tomb Raider Pfeil und Bogen. Sie setzt ihr tödliches Werkzeug allerdings bedächtig ein, einer Jägerin gleich. Sie schlägt bevorzugt im Dunkeln zu und greift aus dem Hinterhalt an. Dabei kommt ihr der Überlebens-Modus zugute, den man mit der Taste Q aktiviert. In einer Schwarz-Weiss-Ansicht hebt das Spiel wichtige Objekte mit klar umrissenen Konturen hervor. Vergleichbar mit dem Detektiv-Modus in Batman hat man so einen guten Blick auf benutzbare Objekte, Werkzeuge oder Nahrungsmittel.

Die Steuerung ist am PC mit Maus und Tastatur sehr direkt, allerdings nicht ganz so geschmeidig wie mit dem Controller auf der Playstation 3 oder Xbox 360. Bei schnellen Reaktionen ist der Spieler mit der Tastatur aber überlegen: Man kann Quick-Time-Events zuverlässiger bewältigen und verknotet sich nicht die Finger am Eingabegerät.

Grafik im Stil eines Hollywood-Blockbusters

In Tomb Raider gehen Videosequenzen nahtlos in spielbare Handlung über. Grafisch lassen sich kaum Unterschiede ausmachen. Entfernte Objekte wirken ebenso fein aufgelöst wie Laras Haar in Nahaufnahmen. Soundeffekte und ordentliche deutsche Synchronisation halten mit der überragendenden grafischen Qualität Schritt. In einigen raschen Kameraschwenks lässt sich allerdings ein asynchroner Bildaufbau (Tearing) erkennen.

Die Grafik dient obendrein als Benchmark, den man auf Wunsch aus dem Hauptmenü von Tomb Raider starten kann. Auf diese Weise lässt sich die Leistungsfähigkeit des Spielerechners mit unterschiedlichen Grafikeinstellungen testen.

Multiplayer: Wie Uncharted, nur schlechter

Online können sich Spieler in den Modi Rettung, Team-Deathmatch, Schrei um Hilfe und einem freien Wettbewerb messen. Wie in anderen Shootern muss man Feinde töten oder vorgegebene Gebiete verteidigen. Vom Abenteuer-Charme von Tomb Raider bleibt online nicht viel übrig.

Abgesehen vom fehlenden kooperativen Spielmodus gleicht der Rahmen von Tomb Raider dem erfolgreichen Multiplayer der Uncharted-Reihe. Im Gegensatz zum Rivalen ist die Umsetzung wenig überzeugend. Die Animationen der Spielfiguren wirken plump, die Karten eher trist und die stets gleichen Rücksetzpunkte nach dem Tod seiner Figur (TearingSpawn-Punkte) laden zur Camping genannten Wegelagerei ein.

Man kann eine Spielfigur wählen und mit gesammelten Erfahrungspunkten weitere Charaktere und Ausrüstungsgegenstände freischalten. Da Spieler im Multiplayer von Tomb Raider viele Auszeichnungen, Achievements und Trophäen gewinnen können, gewinnt der Mehrspieler-Modus für Trophäen-Jäger an Gewicht. Die durchwachsene Umsetzung birgt das Risiko von Frustration.

Fazit: Gute Grafik, bombige Atmosphäre, glaubhafte Emotionen und enttäuschender Multiplayer

Der Neustart der Tomb-Raider-Serie ist rundum gelungen. Die Grafik schafft eine einmalige Spielatmosphäre mit einer quirligen Lara Croft. Lara sprintet nicht nur agil durch eine abwechslungsreiche Welt, sondern zeigt obendrein glaubhafte Emotionen. Man will ihr unweigerlich helfen, die Qualen abnehmen und sie von der gefährlichen Insel befreien. Ein Action-Abenteuer der Extraklasse! Einzig der Online-Mehrspielermodus überzeugt nicht und wirkt aufgesetzt.

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